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„Ahpo“-Übergabe bei Lürssen

Sören Gehlhaus

 · 29.11.2021

„Ahpo“-Übergabe bei LürssenFoto: Carl Groll

Das 115,10 Meter lange Ex-Projekt „Enzo“ nahm zunächst Kurs Vereinigtes Königreich – seit dem EU-Austritt die neue erste Anlaufstelle von Superyacht-Neubauten.

Für in Deutschland entstandene Großyachten war es Usus, einen Tankstopp in Norwegen einzulegen, um sich über den kurzzeitigen Aufenthalt die deutsche Umsatzsteuer zurückerstatten zu lassen. Die 55-Meter-Lürssen „Moon Sand“ lief kürzlich London an, „Ahpo“ zog es nun nach Southampton. Von dort geht es weiter in die Karibik, Zielhafen: Saint-Martin.

   „Ahpo“: Nuvolari-Lenard verordneten den 115 Metern die gleichen halbkreisförmigen Fenster wie „Quattroelle“. Die Brücke scheint sich auf dem obersten Deck zu befinden.Foto: Andreas Jens
„Ahpo“: Nuvolari-Lenard verordneten den 115 Metern die gleichen halbkreisförmigen Fenster wie „Quattroelle“. Die Brücke scheint sich auf dem obersten Deck zu befinden.

Mit dem jüngsten Gigaformat von Lürssen beweisen Nuvolari-Lenard einmal mehr, dass sie den Bogen raus haben. Im Heck zeigte sich ihr größter Entwurf, die 142 Meter lange „Nord“, ähnlich rund. Das Studio mit Sitz vor den Toren Venedigs gestaltete für den „Ahpo“-Eigner bereits die 86 Meter lange Vorgänger-Lürssen vollumfänglich. Mehr noch, Carlo Nuvolari und Dan Lenard verantworten auch das Exterior des in der Ausrüstung befindlichen 122-Meter-Projekts „Jag“, das auch für einen Lürssen-Kunden entsteht, der sich vergrößert. Alle drei Bauten betreute Moran Yacht & Ship.

  Drohnenansicht: Die oval zulaufanden Aufbauten und deren schwarze Einfärbung sollen an den Supersportwagen LaFerrari erinnern. Hinter dem Helipad sind an den Seiten dreieckförmige Oberlichter zu erkennen.Foto: Tom van Oossanen
Drohnenansicht: Die oval zulaufanden Aufbauten und deren schwarze Einfärbung sollen an den Supersportwagen LaFerrari erinnern. Hinter dem Helipad sind an den Seiten dreieckförmige Oberlichter zu erkennen.

Für „Ahpo“ fand Nuvolari-Lenard Inspiration beim Supersportwagen LaFerrari, daher der Projektname „Enzo“. Den charakteristisch kurvenhaften Deckssprung greifen die Enden der oberen Decks auf. Optisch verkürzt werden die Aufbauten durch die schwarz lackierten Ausläufer. Im Kontrast zum Volumen steht ein spitz zulaufender Bug mit langem Überhang. Die Drohnenansicht offenbart hinter dem Helipad jeweils zu den Seiten hin Oberlichter, die einen Bereich ausleuchten, der einem festen Balkon ähnelt. Die Brücke scheint sich auf dem höchsten Deck zu befinden und das Eigner-Areal darunter.

Nur wenige technische Details sind über das 115,10 Meter lange Stahl-Alu-Format bekannt. Lürssen setzt auf Wärmerückgewinnung – die Generatoren heizen das Wasser für den Pool auf – und auf Dynamic Positioning, was ein Verweilen ohne Ankerwurf ermöglicht. Peter Lürßen bewertet das Projekt wie folgt: „Die Vorgaben des Eigners waren anspruchsvoll. Wir denken aber, dass unsere Ingenieurskunst seine Wünsche übertroffen hat, eine Yacht zu besitzen, die auch in vielen Jahren noch zeitlos und dennoch ihrer Zeit voraus sein wird.“

  Markante Spitze:  „Ahpo“ Noch als Projekt  „Enzo“ bei Probefahrten auf der Kieler Förde.Foto: Tom van Oossanen
Markante Spitze: „Ahpo“ Noch als Projekt „Enzo“ bei Probefahrten auf der Kieler Förde.

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