Familien-Ketsch plus Party-Küche

04.07.2012 Boote Exclusiv - Die Perini Navi-Ketsch „Tamsen” entstand nach den Wünschen einer 15-köpfigen Eignergemeinschaft um den Psychologen und Künstler Robert Firestone. Ein ungewöhnliches Yacht-Konzept.

Tamsen
© boote Exclusiv
Tamsen

Auf den ersten Blick sieht „Tamsen” aus wie eine typische Perini Navi – drei Decks, stattliche Verdrängung, satte Breite, Ketsch-Takelung und unverwechselbare Linien.

Doch beim genaueren Studieren des Layouts offenbaren sich Besonderheiten, die so auf noch keiner Segelyacht zu finden sind. Die ungewöhnliche Yacht realisierte Perini Navi nach den detaillierten Wünschen einer 15-köpfigen, freundschaftlich eng verbundenen Eignergemeinschaft, die sich selbst „Familie Firestone und Freunde” nennt.

An Bord von „Tamsen” ist einiges anders – so ist der Kapitän gleichzeitig einer der Eigner, der Bootsmann schwingt begeistert die Kochlöffel in der Galley, den Abwasch übernehmen die Gäste und das Deckschrubben teilt sich, genau wie die Brücken-Wache, die ganze Truppe. Jeder muss mal ran. Um das Yachtkonzept der 52-Meter-Ketsch verstehen zu können, ist es nötig, ein wenig in der Geschichte zurückzugehen, genau genommen in das Jahr 1976. 

Damals startete Robert Firestone, renommierter Psychologe und Buchautor, ein Projekt mit Tragweite. Er kaufte den 26 Meter langen Holzschoner „Vltava” und plante eine Weltreise – seine Crew bestand aus elf Jugendlichen befreundeter Familien. Die Verantwortung als Kapitän übertrug er seinem damals 16-jährigen Sohn Steve, dem heutigen Haupt-Eigner von „Tamsen”. 

Tamsen
© boote Exclusiv
Tamsen

„Diese zweijährige Weltumrundung hat das Leben von allen Beteiligten entscheidend geprägt und uns als Gruppe fest zusammengeschweißt”, erzählt Steve. „Wir gingen als Teenager an Bord und kamen als Erwachsene nach Hause.” Die Freundschaften und der Zusammenhalt der Elf war so groß, dass Heirat, eigene Kinder und Geschäftsbeziehungen aus dieser Gemeinschaft herauswuchsen. 

Auch die Leidenschaft für Yachten und das Segeln blieb erhalten, und so entschied sich „Familie Firestone und Freunde” bald zum Kauf einer größeren Gemeinschafts-Yacht. Mit der 46 Meter langen „Liberty” (siehe Heft 2/1998), die sie in „Tamsen” umtauften, fanden sie ihre erste Traumyacht. 

Nach über dreißig Jahren, die die Firestone-Clique miteinander segelte, fiel 2004 der Entschluss zum Bau ihrer ersten eigenen massgeschneiderten Yacht, der neuen 52 Meter langen „Tamsen”. 

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