Canova: In Mahagoni um die Welt

21.06.2012 Martin Hager - Baltic lieferte mit der 36 Meter langen „Canova“ einen Judel/Vrolijk-Entwurf mit Explorer-Genen und massiv wirkender Club-Einrichtung. Lange Reisen in unerschlossene Reviere stehen auf der Wunschliste des erfahrenen Eigners

In Mahagoni um die Welt
© Mats Sandström
In Mahagoni um die Welt

Yachtnamen verraten meist viel über die Leidenschaften der Eigner. Nach wie vor überwiegen, aus gutem Grund, Frauennamen – ein schlauer Schachzug, der es Eignermännern auf einfache Art und Weise erlaubt, ihrer Verehrten das neue Familienspielzeug ans Herz zu legen. Wer würde sich nicht geehrt fühlen?

Der italienische Eigner des jüngsten Baltic-Baus entschied sich für eine andere Passion: Kunst. Das Heck der 35,78 Meter langen „Canova“ ziert neben ihrem Namen das Bild einer Büste. Eine klare Aussage. Der italienische Bildhauer Antonio Canova lebte im 18. Jahrhundert und gehörte zu den Meistern des Neoklassizismus, der seine Skulpturen meist mit feinem Meißel aus glattem Marmor herausarbeitete.

Die finnischen Yachtbauer von Baltic Yachts realisierten mit der 113 Tonnen verdrängenden Slup eine Yacht für Weltreisen, die nach den klaren Vorgaben des Eigners entstand. Ein Eigner, für den Superyacht-Regatten bis dato kein Thema sind und der mit seiner letzten Yacht, einer Baltic 58, die Weltmeere intensiv bereiste. „Autonomie" war eines der Hauptthemen, als es um die Planung von ,Canova’ ging“, erklärt Kenneth Nyfelt, Marketing-Manager der Werft. „Er will möglichst selbstbestimmt seine Reisen und sein Bordleben planen und nicht von Marinas abhängig sein.“ Somit erarbeiteten die Baltic-Ingenieure ein Layout inklusive Ausrüstung für Entdecker. Das Team um Projektmanager Jouni Hirvenkivi wandelte jede freie und noch so kleine Nische in Stauraum um und sorgte für einen für diese Yachtgröße untypisch großen Dieseltank mit einem Volumen von 8140 Litern. [...]

Im Decksalon brachten die Designer einen großen Speisetisch und eine Sitzecke unter.
© Mats Sandström
Im Decksalon brachten die Designer einen großen Speisetisch und eine Sitzecke unter.

Leichtbau auf die elegante Art

Doch eine Baltic wäre keine Baltic, würden die Finnen nicht wenigstens beim Interieur darauf bestehen, um jedes Gramm zu kämpfen. Und das machen sie auf höchst elegante und unauffällige Art und Weise. Mahagoni-furnier verkleidet ultraleichte Aramidwaben, die auf wenige Millimeter Dicke geschliffenen Marmorplatten in den Bädern kleben die Steinprofis ebenfalls auf das bewährte Honeycomb-Material.

Das Interieur-Layout und -Design stammt aus den Rechnern des werfteigenen Kreativteams, das sich allerdings an einem 2003 gelaunchten Baltic-Format orientieren konnte. „Dem Eigner gefiel das klassische Mahagoni-Interieur des 43 Meter langen Judel/Vrolijk-Entwurfs ,Canica’“, erzählt der Marketing- Manager. Helle Stoffe und dunkles Leder sorgen für ein warmes Ambiente im traditionellen altenglischen Stil. Das Layout konzipierten die Designer für eine fünfköpfige Crew und bis zu acht Gäste.

Vorn im Bug liegt die geräumige Eignersuite, die mit einer Dampfsauna bestückt ist. Ein für eine Segelyacht sehr ungewöhnliches Extra, auf das der Eigner jedoch unter keinen Umständen verzichten wollte. Dahinter angrenzend befindet sich backbords der Entertainmentbereich mit L-förmiger Sofaecke und gegenüberliegender Gästekabine. [...]

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