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 • Publiziert vor 8 Jahren

Auch Yachten habe ihre Geschichte. Das gilt selbst für Neubauten. Der Eigner hatte ein Vorbild vor Augen, die Werft damit ihre Erfahrungen.

Linda Lou

Der Eigner hatte ursprünglich andere Pläne. 60 Meter Länge hatte er nicht vorgesehen. Ein Cruiser mit 5000 Meilen Reichweite, der Reisen von Kontinent zu Kontinent wegsteckt, war ihm auch nicht in den Sinn gekommen. Ein Verdränger mit geringem Tiefgang für Küstenfahrt sollte es ursprünglich sein. Aber dann reiste der Eigner zur Fort Lauderdale Boat Show an und besichtigte leichtfertig die 60 Meter lange „Capri”, den Lürssen-Dreidecker von 2003 mit einem Design von Glade Johnson (Heft 1/04).

Heute steht der Eigner auf „Linda Lou”, einer Lürssen-Konstruktion, die „Capri” deutlich ähnelt. Der Besuch auf dem Show-Stück hatte alle seine Ideen durcheinander gewirbelt und ihn überzeugt. Er orderte – typisches Nachmessegeschäft – im Dezember 2003. Als Designer wünschte er sich Espen Øino, für das Interieur François Zuretti.

Øino, der Norweger mit Büro in Monaco, setzte einige neue Akzente. Auf Kosten des Laufdecks auf dem Brückendeck verbreiterte er den oberen Salon, die Sky Lounge. Zudem gehörte zu den Eignerwünschen eine Badeplattform in passender Größe, auf die „Capri” damals verzichtet hatte.

Wer die Szene verfolgt oder an der Weser vorbeischaute, der hat seinerzeit bemerkt, dass am Lürssen-Standort Bardenfleth parallel zur „Linda Lou” auch „Oasis” (Heft 5/06) ihrer Ablieferung entgegensah. Hier hatte, wie schon bei „Capri”, Glade Johnson die Hoheit über die Gestaltung, außen wie innen. Auch auf „Oasis” sind die „Capri”-Ähnlichkeiten nicht zu übersehen, von der Portugieser-Brücke bis zu Onyx und Ahorn beim Interieur. Und wer nun den Schluss zieht, dass Lürssen an diesem Standort Semi Custom-Dreidecker von glatten 60 Metern Länge baut, der liegt richtig. Diese Formate sind zurzeit die neue Mittelklasse bei den hochwertigen Motoryachten made in Germany.

Als „Semi” erscheinen sie dort, wo die Gleichheit ihrer Grundrisse und technischen Grundausstattung unübersehbar ist. Lürssen, eigentlich immer gern Kunde bei MTU, lieferte diese kleine Serie mit Caterpillar-Dieseln vom Typ 3512B, und die Grundrisse unterscheiden sich nur in wenigen Details. Dort, wo „Linda Lou” auf dem Sundeck die Observation Lounge bietet, gibt sich „Oasis” mit einer offenen Bar zufrieden.

Schlagwörter: Lürssen Yachten


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