RAM: Eine Pflegestation bringt die Riva-Klassiker auf Hochglanz. RAM: Eine Pflegestation bringt die Riva-Klassiker auf Hochglanz. RAM: Eine Pflegestation bringt die Riva-Klassiker auf Hochglanz.

Werft

RAM: Eine Pflegestation bringt die Riva-Klassiker auf Hochglanz.

  • Gérald Guétat
 • Publiziert vor 9 Jahren

Salon für Diven - Nicht umsonst reimt sich Riva auf Diva. Die Ansprüche an den Look sind extrem. Die RAM-Pflegestation am Lago d’Iseo befriedigt sie.

Henri Thibault RAM

Eine Riva ist eine Diva. Und eine Diva hat makellos zu sein. Gleiches gilt darum für die Boote aus Sarnico am Lago d’Iseo, die auch oft in den Garagen großer Yachten stehen. Und damit das damals so blieb und stets so bleiben würde, richtete Carlo Riva im Jahre 1956 neben der legendären Werft eine Werkstatt für Reparaturen und Wartungsarbeiten ein, die Revisione Assistenza Motoscafi oder einfach kurz RAM.

Jedes Jahr überlassen etwa 15 Riva-Eigner ihre hölzernen Runabouts, deren Produktion 1996 eingestellt wurde, der aufwendigen Pflege, die nur RAM bieten kann. Dank der starken italienischen Familientradition ist RAM nach wie vor im Besitz der Riva-Dynastie; RAM führt heute Carlo Rivas Neffe Anselmo Vigani. Er gibt das in jahrzehntelanger Erfahrung gesammelte Fachwissen weiter an die Mitarbeiter, die mit all den Techniken und Verfahren werken, die Carlo Riva entwickelte, als die Klassiker von heute damals brandneu ihre Eigner begeisterten.

Das RAM-Konzept wirkte im überwiegend handwerklich geprägten Bootsbau der Fünfzigerjahre revolutionär. Der Werftgründer wollte Eignern und Händlern das konzentrierte Fachwissen für Reparatur und Wartung bieten – bis ins letzte Detail. Die Werkstatt diente auch als Schulungszentrum, sodass alle offiziellen Riva-Händler und -Monteure weltweit über dasselbe Wissen verfügten und Originalteile sachgerecht einbauen konnten.

Ein revolutionäres Konzept

Nach mehr als 50 erfolgreichen Jahren führt heute die Mutterfirma zuverlässig die Arbeit des Meisters fort. Sie renovierte das Gelände vor wenigen Jahren und verwandelte die mehrere Tausend Quadratmeter Fläche in den Riva-Salon von heute. Vor Diagnose und Therapie steht ein Termin beim Chef. Anschließend wird die Patientin dem technischen Leiter Luigi Paltenghi, besser bekannt als „Gigi“, für eine sorgfältige Untersuchung anvertraut. Das Spektrum der Behandlung reicht anschließend von einer einfachen saisonalen Aufhübschung bis hin zu äußerst komplexen Operationen am offenen Holz. Die häufigsten Gebrechen gehen auf altersbedingten Ver-schleiß zurück, beispielsweise Schäden am Kiel oder von Salz und Sonne beschädigte Lackierungen.

Dem Kunden schlägt Paltenghi unterschiedlich tiefe Eingriffe vor. Der Eigner jedoch entscheidet. Eine ramponierte Super Ariston mit fleckiger Oberfläche kommt vielleicht nur für grundlegende technische Arbeiten hierher, weil dem Eigner die Kosmetik ausnahmsweise nicht so wichtig ist. Eine Aquarama Special der letzten Serie von 1996 lässt ein anderer vollständig renovieren, weil ihre Lackierungen, Armaturen, Polsterungen und Mechaniken nicht mehr so makellos wirken wie am ersten Tag.

Behandlungen größeren Umfangs finden traditionell im Winter statt. Daher ist eine sorgfältige Terminplanung unumgänglich, um die Fälle bis zum Ende des Frühjahrs abzuschließen. Das Einhalten von engen Terminplänen ist entscheidend. RAM folgt immer noch Carlo Rivas Ideen aus den Fünfzigern. Jedes Boot erhält bei der Aufnahme seine eigene Akte mit Modellnamen, Rumpfnummer und einer umfassenden Liste aller Arbeiten, die an ihm vorgenommen werden sollen. Diese persönliche Akte folgt dem Boot zu jeder Arbeits-station, begleitet von so vielen Boxen wie nötig, um die demontierten Teile aufzunehmen, die stets in unmittel-barer Nähe der Patientin bleiben und mit der Referenznummer des Bootes gekennzeichnet sind.

Themen: RAMRiva


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