Rabiater Look für alle Reviere

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 • Publiziert vor einem Jahr

Die 80-Meter-„Vis“ legt mit einem extravaganten Paszkowski-Design bei Fincantieri ab.

Fincantieri entwickelt mit schöner Regelmäßigkeit Projekte jenseits der 80-Meter-Marke, von denen allerdings noch nicht allzu viele in den Docks in Muggiano realisiert wurden. Die 134 Meter lange „Serene“ und die 140 Meter lange „Ocean Victory“ waren bisher die einzigen Neubauprojekte, die der Yachtableger des börsennotierten Konzerns ablieferte. Indirekt könnte man vielleicht noch die 183 Meter lange „Rev“ als Fincantieri-Auftrag bezeichnen; die mit einem Großteil der „Rev“-Umsetzung betrauten Vard-Werften in Rumänien und Norwegen gehören seit 2013 zur Fincantieri-Gruppe, dem insgesamt viertgrößten Schiffbauer der Welt.

Da die Italiener neben Kreuzfahrt- auch Marineformate fertigen, entstand intern nun die Idee, Synergieeffekte zu nutzen. „Vis“ heißt das 80,80 Meter lange und 14,20 Meter breite Ergebnis, das vom ersten Eindruck jedoch eher der Kriegsschiff- als der Yachtsparte zuzuordnen ist. Wenngleich es mit „Skat“ von Lürssen und kürzlich mit „Bold“ von Silver Yachts schon Designs ähnlichen Looks gab, kann man hier nicht von einem Minitrend sprechen, sondern – man möge es dem unabhängigen Beobachter verzeihen – von einem etwas verstörenden Exterior. Die „Vis“-Linien und entspannte Partys am Jacuzzi wollen irgendwie nicht so richtig zusammenpassen.

Besonders im Fokus stehende VIPs, Poli­tiker oder Wirtschaftsmagnaten mögen die Optik indes zu schätzen wissen, für die Fincantieri den erfahrenen Fran­cesco Paszkowski verpflichtete. Er locker­te den recht rabiat wirkenden Look mit den üblichen Yacht-Features wie einem Beachclub im Heck, einem Jacuzzi samt Barhockern auf dem Brückendeck und einem Helipad auf, das auch zur Lounge umgestaltet werden kann. Das Layout von „Vis“ bedient momentane Trends in dieser Größenordnung: Salon mit Speiseplatz, ein Gym und sechs Gästekabinen auf dem Hauptdeck sowie die Eignersuite samt Office und privatem Gym ein Deck darüber. Im Heck des Eignerdecks klappt zudem ein Balkon herunter, der zwei Stühle aufnimmt und ein im Yachting durchaus bekanntes Feature darstellt.

Die Überdachung des großzügig dimensionierten Al-fresco-Bereichs auf dem Deck darüber ist ein Novum: Großflächige Solarpaneele darauf liefern zusätzliche Energie.„Vis“ nimmt auf ihren Decks mit einem Gesamtvolumen von 2470 Gross­tons 14 Gäste in sieben Kabinen sowie 23 Crewmitglieder mit auf Reisen. Die Reichweite der 80-Meter-Yacht beträgt mit einem herkömmlichen Antriebspaket aus zwei Dieselmotoren (je 2350 Kilowatt) 5000 Seemeilen bei zwölf Knoten, in der Garage lagern bis zu 8,50 Meter lange Tender.

Themen: FincantieriFrancesco Paszkowski


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