Die Bestätigung aller Mühen

Sören Gehlhaus

 · 11.08.2021

Die Bestätigung aller MühenFoto: Rolex / Kurt Arrigo
Die Bestätigung aller Mühen

Beim Rolex Fastnet Race ging die ClubSwan 125 „Skorpios“ als erster Einrumpfer über die Ziellinie in Cherbourg. Nautor lieferte die Segelmaschine erst Anfang Juli an Dmitry Rybolovlev.

  Anspruchsvolles Hochseerennen: Diesen 695 Seemeilen langen Kurs galt es zu bewältigen.
Anspruchsvolles Hochseerennen: Diesen 695 Seemeilen langen Kurs galt es zu bewältigen.

Die 695 Seemeilen von Cowes über Südirland nach Cherbourg bewältigte der 42,62 Meter lange Karbon-Renner in zwei Tagen, acht Stunden und 33 Minuten. An Bord von „Skorpios“ befanden sich Dmitry Rybolovlev und seine Tochter Anna Rybolovleva, die auch Namenspatin seiner 110 Meter langen Feadship ist. Der in Monaco lebende Russe fing erst vor einigen Jahren mit dem Segeln an und nimmt regelmäßig an ClubSwan-Regatten teil. Er ist amtierender ClubSwan-50-Weltmeister – in der Klasse steuern Eigner selbst –, seine Tochter segelt eine ClubSwan 36.

Verlagssonderveröffentlichung
  Glückliche Sieger: Dmitry Rybolovlev hält den Pokal in die Höhe. Neben ihm stehen seine Tochter Anna und „Skorpios“-Skipper Fernando Echavarri.Foto: Paul Wyeth / pwpictures.com
Glückliche Sieger: Dmitry Rybolovlev hält den Pokal in die Höhe. Neben ihm stehen seine Tochter Anna und „Skorpios“-Skipper Fernando Echavarri.

Auch beim Rolex Fastnet Race stand ihm sein spanischer Skipper Fernando Echavarri zur Seite, Goldmedaillengewinner im Tornado. Nach dem Zieldurchgang schilderte Dmitry Rybolovlev seine Eindrücke: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Boot, das Team war großartig. Wir möchten dem gesamten Team für seine großartigen Bemühungen danken. Wir haben versucht, konservativ zu segeln, vor allem bei dem starken Wind am Start, aber wir sind gespannt, was das Boot in zukünftigen Rennen leisten kann. Den Fastnet Rock zu umrunden war irgendwie magisch, es fühlte sich wie ein ganz besonderer Moment an.“

  Geschafft: „Skorpios“ kreuzt die Ziellinie vor Cherbourg als erster Einrumpfer nach zwei Tagen, acht Stunden und 33 Minuten.Foto: Paul Wyeth / pwpictures.com
Geschafft: „Skorpios“ kreuzt die Ziellinie vor Cherbourg als erster Einrumpfer nach zwei Tagen, acht Stunden und 33 Minuten.

Der alle zwei Jahre ausgetragene Offshore-Klassiker begann unter rauen Bedingungen: Die 300 Boote und Yachten mussten im Ärmelkanal gegen Westwind mit bis zu acht Beaufort und steile Wellen ankämpfen. Von Anfang an war klar, dass dies kein Fastnet wird, bei dem Rekorde purzeln würden. Erwartungsgemäß ging „Skorpios“ – ihre ärgste Konkurrentin „Rambler 88“ misst 15 Meter weniger in der Länge – auch als erster Monohull um den Fastnet Rock. Erst seit 2017 lässt der Fastnet-Veranstalter Royal Ocean Racing Club (RORC) über 100 Fuß lange Formate an die Startlinie vor Cowes.

  Gegenan: Zum Start des Rolex Fastnet Race vor Cowes zeigte sich der Solent mit starken westlichen Winden von seiner garstigen Seite.Foto: Rolex / Kurt Arrigo
Gegenan: Zum Start des Rolex Fastnet Race vor Cowes zeigte sich der Solent mit starken westlichen Winden von seiner garstigen Seite.

Seit 1925 wird das anspruchsvolle Hochsee-Rennen ausgetragen, nicht immer mit glimpflichem Ausgang. „Rambler 100“ sank 2011, 1979 brach ein verheerender Sturm über das Feld herein. Als erste deutsche Hochseeyacht kam die Kerr 56 „Varuna“ von Jens Kellinghusen in Cherbourg an. Was der Ritt von „Skorpios“ wert ist, wird sich nach dem Zieldurchgang und den berechneten Zeiten aller zeigen. Auch das Rolex Fastnet Race 2023 soll statt vor Plymouth wieder vor der Normandie enden – ein schönes Zeichen in bewegten europapolitischen Zeiten.

  Auf Kurs: „Skorpios“ nach Rundung des Fastnet Rock an der Südspitze Irlands. Nur die foilenden Trimarane waren schneller.Foto: Rolex / Kurt Arrigo
Auf Kurs: „Skorpios“ nach Rundung des Fastnet Rock an der Südspitze Irlands. Nur die foilenden Trimarane waren schneller.

Meistgelesene Artikel