Southern Wind wasserte vierte SW105

  • Sören Gehlhaus
 • Publiziert vor 2 Monaten

„Taniwha“ gelangte in Kapstadt in ihr Element. Die über alles 35,39 Meter lange Karbon-Slup trägt das Kürzel „GT“ für Gran Turismo. Für die Eigner ist es die erste Segelyacht.

Schnell und komfortabel soll „Taniwha“ Langschläge bewältigen, aber auch bei Regatten eine gute Figur machen. Als Grundlage dient ein sportlich-eleganter Riss, den Farr Yacht Design für die 2018 aufgelegte SW105-Miniserie zeichnete. Das Deck-Layout gestalteten die Eigner mit Nauta Design massiv um. Aus dem flachen wie kurzen Aufbau ohne Seitenfenster resultiert ein Cockpit, das sich nahezu über die halbe Rumpflänge von 32,27 Metern erstreckt und beste Arbeitsbedingungen bietet. Die Steuerräder wandern unmittelbar hinter den Traveller und lassen achtern Platz für eine Fläche zum Sonnenbaden, unter der ein 4,20-Meter-Tender lagert.

Kiel küsst Wasser: „Taniwha“ wurde im Kapstädter Hafen gelauncht.

Den Rumpf der SW105GT, den die südafrikanische Werft aus Karbon auf einem Corecell-Kern laminierte, durchziehen pro Seite zwei anstelle der sechs vorgesehenen Fenster. Mit einem Vordeck und Cockpit aus Nomex-Kern und Pre-Preg-Karbon ist „Taniwha“ knapp vier Tonnen leichter als die bereits schwimmenden Schwesterschiffe. Ebenfalls aus Kohlefasern besteht das Stehende Gut von Future Fibres (ECsix). Auf Titan fiel die Materialwahl für die Beschläge, den Kielkopf und das unter der Wasserlinie operierende Ankersystem. Dem konsequenten Leichtbau stehen ein sportlicher Segelplan und ein Liftkiel zur Seite, der auf bis zu 5,90 Meter Tiefgang ausfährt und damit das Maximum innerhalb der SW105-Miniserie erreicht. Das Performance-Paket rundet der 3,12 Meter lange Bugspriet ab.

Stolze Yachtbauer: Southern Wind Shipyard fertigte mit der vierten SW105 ein stark individualisiertes Miniserien-Modell.

Die „Taniwha“-Eigner platzierten ihre Kabine im Vorschiff und folgen damit der Mehrzahl der Southern-Wind-Eigner. Dahinter liegt ein Studio mit Schlafoption für zwei, achtern des Salons schlafen vier Gäste und die fünfköpfige Crew. Für den Innenausbau verwendete die Werft aus Südafrika auf Eignerwunsch umweltgerechte wie leichtgewichtige Werkstoffe. Dazu sagt Massimo Gino von Nauta Design: „Das Interiordesign ist zu 100 Prozent neu. Es ist das Ergebnis einer gut durchdachten Mischung aus Materialien und Geometrien, die wir für unsere letzten Yachten entwickelt haben. Es ist elegant und unaufdringlich, aber niemals vorhersehbar.“

Nach intensiven Probeschlägen in Kapstadts Tafelbucht kann „Taniwha“ ihre Gran-Turismo-Qualitäten während der Überführung unter Beweis stellen. Eine fünfte SW105-Einheit befindet sich derzeit bei Southern Wind Shipyard im Bau und soll auf den Namen „Nordic Cool“ getauft werden.

„Taniwha“: Die 35,39 Meter lange Karbon-Slup wird nach Tests in der Tafelbucht zum Überführungstörn aufbrechen.

Themen: Farr DesignFarr Yacht DesignSouthern WindSouthern Wind Shipyard


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