Nicht ohne meine 46-Meter-Gulet Nicht ohne meine 46-Meter-Gulet Nicht ohne meine 46-Meter-Gulet

Nicht ohne meine 46-Meter-Gulet

  • Sören Gehlhaus
 • Publiziert vor 2 Monaten

Der 146-Meter-Explorer „OK“ basiert auf einem Halbtaucherschiff. Segelyacht, Tender und Wasserflugzeug werden ohne einen Kran gelauncht.

Riese mit Tauchschein: Die 146 Meter lange „OK“ verfügt über ein gigantisches Innenraumvolumen von 15 917 Gross Tons.

Karmarine Shipyard hat mit der 146 Meter langen „OK“ eine kuriose Konversion beendet. Die kommerzielle Werft südlich von Istanbul arbeitete mit einem Halbtaucher als Basis, der 1982 in Japan vom Stapel lief. „Super Servant 3“ diente dem Schiffstransport oder der Offshore-Industrie, um schwere Lasten ohne Zuhilfenahme von Kränen zu be- und entladen. Das funktioniert, weil Ballasttanks unterhalb der Wasserlinie angesiedelt sind und je nach geforderter Funktion geflutet oder leer gepumpt werden. Der Gestaltungsauftrag für Bozca Design aus der Südtürkei dürfte auf einen Explorer gelautet haben, mit dem man „alles immer und überall machen kann“. Zuvorderst ist da die 46 Meter lange Gulet. Die Ketsch klassisch türkischer Bauart parkt hinter dem Aufbau an Backbord. Das Mutterschiff beherbergt zudem ein etwa 24 Meter langes Flybridge-Format. Dazu gesellen sich theo­retisch bis zu 70 verschiedene Tender und Toys, wie Bozca Design vorrechnet. Zur permanenten Spaß- und Explorationsflotte gehören ein Anlande- und ein Amphibienboot sowie ATVs, Lkw, Sattelauflieger und ein Wasserflugzeug. Für das schnelle Wassern – das Ballasten des 3300 Quadratmeter großen Cargodecks dauert drei Stunden – steht steuerbords achtern ein 40-Tonnen-Kran bereit. Gegenüber erntet eine vertikale Windkraftanlage mit helixförmigen Darrieus-Rotoren Energie. Je zwei weitere Kräne drehen sich auf dem äußeren Oberdeck – an Steuerbord neben einem gläsernen Außenaufzug (!) – und dem vorderen Brückendeck.

Der Kunstrasen dient als Tennis- oder Stellplatz für eine fürstliche Tender- und Toyflotte. Im vor­deren Teil kommen 20 Gäste unter.

„Unser Ziel war es, dass Gäste auf ,OK‘ das einzigartige Gefühl erleben, auf einer unentdeckten Insel zu sein. Im Gegensatz zu anderen Schiffen kann fast 70 Prozent der Decksfläche gewassert werden“, freut sich Studiogründer Timur Bozca. Den 146 Metern verlieh er yachttypische Ausstattungsmerkmale wie ein Sonnendeck mit Whirlpool, einen Glaspool, ein Freiluftkino und eher außergewöhnliche Features wie einen Tennisplatz, botanischen Garten und vier große Aquarien. Die lange Autorampe im Heck von „OK“ könnten Gäste auch als XXL-Badesteg nutzen. Im Vorschiff nächtigen 20 Gäste, der offenbar Boots- und allgemein Mobilitäts-verrückte Eigner bezieht eine Suite mit 360-Grad-Panoramablick. Bozca Design gibt das Innenraumvolumen mit 10 224 Gross Tons an. Weil das ob des Stummelaufbaus reichlich groß erscheint, muss ein Vergleich erlaubt sein: „Dilbar“, die voluminöseste Yacht der Welt, kommt auf 15 917 Gross Tons. Wer viel Platz außen und innen hat, dem stehen alle Möglichkeiten offen.

Wassern, wörtlich gemeint: Bei gefluteten Ballasttanks gehen 3300 Quadratmeter Decksfläche auf Tauchstation.

Themen: Explorer


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