Beiboot mit Baukastenprinzip

  • Sören Gehlhaus
 • Publiziert vor 5 Monaten

Zum 25-jährigen Jubiläum kommt Cockwells mit einem Neun-Meter-Tender auf den Markt, der unterschiedliche Einsatzvarianten zulässt. Das erste Modul setzt eine Party-Plattform um.

„Modular Tender“: Cockwells’ Beachclub-Ausführung enthält Grill und DJ-Pult, ein weiteres Element zwölf Jockeysitze (r. u.). „Nackt“ bietet sich die Nutzung als Anlandeboot oder Auto- transporter an. Den nötigen Schub liefern zwei Dieselaußenborder mit je 147 Kilowatt Leistung.

Dumpfe Basswellen wummern über den Port Hercule hinweg. Emittiert werden sie nicht etwa von einem der zahlreichen Megaformate; sie kommen aus der Tender­zone am Quai Albert. Der Grund: Vor dem Cockwells-Stand wird gefeiert, das 25-jährige Werftjubiläum und die Vorstellung eines neuen Modells inklusive Party-Plattform. Und diese ist nur ein Gesicht des neun Meter langen „Modular Tender“. Die Basis bildet der Rumpf eines Anlandebootes, in den sich mithilfe eines Krans verschiedene Module integrieren lassen. Das Beach­club-Element ist bestückt mit einer Lounge, einem Grill am schwenkbaren Arm und vorn im Bug mit einem türkisfarbenen DJ-Pult und der dazugehörigen Batterie an Lautsprechern, die im Korpus versteckt liegen. Direkt dahinter sorgt eine Bar mit zwei Hockern für Komfort und Geselligkeit. Maritimes und Strandclub-Feeling lassen zudem Holzlamellen, zwei Biminis und der Couchtisch mit einem originellen Klampenunterbau aufkommen. Als Alternative schlägt Cockwells das Shuttle-Einbauteil mit zwölf Jockeysitzen vor. Durch den fixen achterlichen Steuerstand mit zwei Sitzen kommt der „nackte“ „Modular Tender“ auf eine maximale Parkhöhe von 1,90 Meter. Zwei Dieselaußenbordmotoren leisten je 147 Kilowatt und generieren genug Schub, um die 2,8 Tonnen verdrängende GFK-Konstruktion auf 44 Knoten zu beschleunigen und um ein zugeladenes Auto, Quad oder mehrere Motocross-Maschinen zügig an die Küste zu bringen. Über eine gut zwei Meter breite Laderampe, die sich elektrisch und per Knopfdruck bewegt, gelangen die Fahrzeuge an Land.

„Wenn die Module auf dem Versorger oder Mutterschiff lagern, verwandelt sich dieser vielseitige Gästetender bei Bedarf in eine Arbeitsplattform für die Crew, von der aus sie etwa den Rumpf reinigen kann“, erläutert Cockwells’ Designchef Henry Ward. Der vollständige Firmenname lautet übrigens Cockwells Modern & Classic Boatbuilding. Dass sich die Spezialwerft aus Südcornwall auch auf klassische Konzepte versteht, zeigen die Weekender der Duchy-Reihe oder der Custom-Tender „Titian“ (Heft 4/19). Oder wie es die kompetenten Bootsbauer selbst ausdrücken: „Wir können genauso gut mit einem Hobel wie mit einer CNC-Fräse umgehen.“ Es ist eine dieser Werften, der die Bezeichnung Manufaktur tatsächlich gut stehen würde. Denn dort arbeiten sämtliche Gewerke unter einem Dach und an einem Strang. Vor diesem Hintergrund nimmt man Cockwells auch gerne ab, dass bei ihrem Vielseitigkeitstender der Modulfantasie kaum Grenzen gesetzt sind. Sprich, die Engländer bauen, was sich Eigner ausdenken.

Modulanlieferung: Besonders für Versorger oder Explorer mit viel Staufläche lohnt der wandelbare Tender. Hier wird das Beachclub-Element eingesetzt.

Themen: Tender


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