Lürssen kauft Blohm+Voss

29.09.2016 Marcus Krall - Mit der Übernahme des Hamburger Konkurrenten möchte die Bremer Lürssen-Werft vor allem ihre Reparatur- und Refit-Kapazitäten ausbauen.

Lürssen-Werft in Bremen
© .
Lürssen-Werft in Bremen

Diese Nachricht ist derzeit das Gesprächsthema auf der Monaco Yacht Show. Die Bremer Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH kauft die Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss von Star Capital Partners – der Investment-Fond hatte das Unternehmen 2011 von ThyssenKrupp erworben. Selbst Mitarbeiter von Blohm+Voss erfuhren auf der Messe erst durch Zeitungsartikel von der Übernahme, die am Wochenende vollzogen wurde und der das Kartellamt noch zustimmen muss.  Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

"Mit Blohm+Voss übernehmen wir eine Werft, die über vielseitig einsetzbare Fazilitäten an einem strategisch günstigen Standort verfügt. Diese wollen wir in Zukunft nutzen, um unser aktuelles Angebot an Reparatur- und Refit-Leistungen abzurunden und unseren Kunden noch bessere Servicebedingungen anbieten zu können", erklärte Peter Lürßen, Geschäftsführender Gesellschafter der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH. Insgesamt gehören zu Lürssen damit nun sechs Werften mit rund 2 800 Mitarbeitern. Inwiefern der neue Hamburger Standort der Bremer für Yacht-Neubauten genutzt werden wird, ließ Lürßen in seinem Statement offen. Das würde vor allem von der Marktentwicklung abhängen.

Da Lürssen jedoch in Bremen und Rendsburg mit Neubauten sehr gut ausgelastet ist – der Küsten-Funk kolportiert bis mindestens 2021 – wäre die Hamburger Werft als dritter Neubau-Standort sicher prädestiniert. Zu den jüngsten Blohm-Voss-Ablieferungen gehören unter anderem „Graceful“, „Palladium“ oder „Eclipse“.

Dr. Klaus Borgschulte, Lürssens Technik-Geschäftsführer und früher selbst bei Blohm+Voss beschäftigt, ergänzte Peter Lürßens Aussage: „Aufgrund der auf unterschiedlichen Arbeitsebenen teils langjährigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit – aktuell ist der Standort in die gemeinsame Fertigung der Fregattenklasse F125 für die Deutsche Marine eingebunden – sind wir zuversichtlich, eine gute Grundlage vorzufinden, um die Unternehmen unter einem gemeinsamen Dach zu führen.“

Blohm+Voss in Hamburg
© BEX
Blohm+Voss in Hamburg

Und was sagt Fred van Beers, CEO von Blohm+Voss? „Mit Lürssen gewinnen wir einen langfristig engagierten, strategischen Eigentümer, der unser Unternehmen gemeinsam mit uns entwickeln und die Services in unseren Kernbereichen weiter ausbauen möchte“, so der Niederländer, der von Star Capital vor rund 18 Monaten auf den Chefsessel gehievt wurde. Noch in der Juli-Ausgabe von BOOTE EXCLUSIV hatte van Beers, der den Umsatz von Blohm+Voss bis 2020 verdoppeln wollte, ganz anders geklungen. Auf die Frage, ob er manchmal neidisch in Richtung Bremen, auf den Erfolg von Lürssen blicke, antwortete er: „Ich habe großen Respekt vor den Leistungen von Lürssen, aber unsere Unternehmensstrukturen sind schwer vergleichbar. Blohm+Voss ist auf einem guten Weg, und wir werden uns in den nächsten Jahren ein gutes Stück vom Markt sichern. Wir haben ein professionelles Team mit großem Know-How und viel Erfahrung; und wir haben die Kapazitäten, Megayachten von über 100 Metern Länge zu bauen.“

Und auf die Frage, ob Star Capital im Jahr 2020 noch Eigentümer von Blohm+Voss sei, antwortete er: „Schiffbau erfordert ein langfristiges Engagement, und das weiß auch unser Eigentümer. Star Capital Partners verfolgt das Ziel, die Werft zu erhalten und weiter zu entwickeln.“

Blohm+Voss in Hamburg
© BEX
Blohm+Voss in Hamburg

Artikel empfehlen |  Artikel drucken

Das könnte Sie auch interessieren

.: <p>
	.</p>
Heesen wasserte „Masa“ Aktuell 12.04.2019 —

Die niederländische Werft verholte in Oss den Alu-Halbgleiter aus der 50-Meter-Serie ins Freie.

mehr »

.: <p>
	.</p>
Van der Valk öffnet Werfttore Aktuell 10.04.2019 —

Die niederländische Werft lädt vom 12. bis 14. April nach Waalwijk und informiert über aktuelle Projekte und jüngste Ablieferungen.

mehr »

.
Tag der offenen Tür bei Contest Yachts Aktuell 08.04.2019 —

Die Werft aus dem niederländischen Medemblik öffnet am 13. April ihre Tore für Besucher.

mehr »

.: <p>
	.</p>
Dritte Oceano 43 abgeliefert Aktuell 08.04.2019 —

Der Eigner nahm Mangustas reichweitenstarken 43-Meter-Verdränger am Overmarine-Kai in Viareggio entgegen.

mehr »

Z72: <p>
	Z72</p> Fotostrecke
Zeelander zeigt Flaggschiff Aktuell 05.04.2019 —

Die niederländische Werft präsentierte die 22 Meter lange Z72 am Standort Groot-Ammers.

mehr »

Schlagwörter

LürssenBlohm+VossStar Capital


Lesen Sie jetzt BOOTE EXCLUSIV 2-2019

Ihre Vorteile:

  • Jedes Heft im Abo nur € 8,67* statt € 9,90
  • 12 % Ersparnis jährlich
  • Keine Ausgabe mehr verpassen
  • Portofreie Lieferung im Onlineshop (www.delius-klasing.de)*
  • Urlaubsunterbrechung bzw. –versand jederzeit möglich

(*gilt nur bei Lieferung innerhalb Deutschlands)

Jetzt bestellen!

Wir wollen wissen:

 Welche BOOTE EXCLUSIV-Themen interessieren Sie am meisten?

 

Galerie