Helideck to go

  • Sören Gehlhaus
 • Publiziert vor 9 Monaten

Ein mobiler Landeponton will den Luftverkehr entzerren und die urbane Aero-Mobilität stärken.

Spontan einen Landeslot für einen internationalen Flughafen zu erhalten, kann sich mitunter schwierig gestalten. Und auch alternative Aufsetzflächen sind in dichten Metropol­regionen zunehmend Mangelware. Gut geschützte Wasserwege hingegen gibt es weitaus mehr, zumindest in Miami. Die seichten Gewässer der Biscayne Bay etwa ziehen sich mitten durch die zweitgrößte Stadt Floridas. Genau hier hatte ILandMiami die Idee für einen schwimmenden Heliport. In eigener Fertigungsstätte produzierte das Ingenieurbüro einen 17 x 6 Meter großen Ponton, den die U.S. Coast Guard als Boot klassifiziert hat. Die beiden Rümpfe bilden Auftriebskörper aus Kunststoff, das Deck besteht aus Aluminium. Der 170 Kilowatt starke Dieselmotor speist einen Jetantrieb, der sein Wasser in einer Tiefe von 45 Zentimetern ausstößt. Ein Hybridantrieb und Solarpaneele seien in Planung. Auf dem „Marine Utility Vessel“ (MUV) landen bis zu drei Tonnen schwere Helikopter nach Sichtflugregeln, Wasserflugzeuge docken an den seitlichen Fendern an.

Um sichere Heli-Operationen zu gewährleisten, dürfen die Wellen allerdings nicht höher als einen Meter sein, und außerdem sollte der Wind nicht mit mehr als 30 Knoten wehen. Zu ungemütlich wird es dann auch für das wassersportliche Rundum-Entertainment. Von den aufpumpbaren Nautibuoy-Seitendecks legen Jetskis, Seabobs oder SUP- und Foil-Boards ab. Shuttle-Boote gehen längsseits und bringen die Passagiere an Land – oder weiter auf Yachten, die keine Landemöglichkeiten besitzen. Eine Leiter am Heck macht das MUV zur Badeplattform mit überdimensionaler Liegefläche. Gegen diese alleinige Nutzungsvariante spricht jedoch ein Anschaffungspreis, der sich laut ILandMiami zwischen 250 000 und 500 000 Dollar bewegt.

Durchaus rentieren könnte sich das Helipad-Boot als Start- und Landebasis für unbemannte Flugobjekte (UAVs) oder bemannte Drohnen. Nach dem Wunsch von ILandMiami bitten auf ihren MUVs in einigen Jahren Lufttaxis oder Transportdrohnen im Dauertakt um Lande­erlaubnis – dann vielleicht auch auf Elbe oder Spree und ohne unmittelbare Belästigung für Großstadtbewohner. Die Fluggeräte der Zukunft dürften dann so leicht und kompakt ausfallen, dass selbst das dauerhafte Parken für ganze Drohnenflotten realistisch erscheint.

Beweglicher Heliport: Auf dem Aludeck landen maximal drei Tonnen schwere Heli­kopter zwischen. Ein Waterjet-Antrieb schiebt an. Die Zusatzdecks liefert Nautibuoy.

Themen: HeliHelikopterHelipad


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