Foil-Baltic kurz vor Launch

13.05.2019 Sören Gehlhaus - Die 43-Meter-Slup "Canova" erhielt in Nordfinnland ihren Liftkiel und zeigte erstmals die vollständige Funktion des neun Meter langen Seitenschwerts.

Baltic 142 "Canova"
© Dan-Erik Olsen
Baltic 142 "Canova"

Vollständig unter der Eignerkabine ausgefahren, erzeugt das leicht gebogene Foil Auftrieb. Das soll Stampf- und Rollbewegungen reduzieren und einen Leistungsgewinn von vier bis fünf Knoten bringen. Der Eigner will mit seiner vierten Baltic noch schneller und komfortabler um die Welt segeln als mit der 34 Meter langen Vorgängerin. Die Idee, Flügel ähnlich wie bei einem Flugzeug seitlich austreten zu stammt von Infiniti Yachts. Ihr Dynamic Stability System -System (DSS) ließen die Engländer bereits vor über zehn Jahren patentieren. "Canovas" Säbel wird bereits ab minimaler Krängung kaum mehr oberhalb der Wasseroberfläche auszumachen sein. Nur ein 1,50 Meter breiter Stumpf gibt knapp unterhalb Der Wasserlinie Aufschluss über den Flügel-Support. Das Exterior stylte der italienische Architekt Lucio Micheletti, der gemeinsam mit Baltic auch das Interior ausarbeitete. 

Das ohnehin schon komplexe Gemeinschaftsprojekt mit Hybrid-Podantrieb und Batteriebank für hohe Autonomie versammelte für die Foil-Integration ein Allstar-Team von Ingenieuren im finnischen Norden. Ebenfalls involviert waren die Farr-Konstrukteure, schließlich stößt der Flügel aus einem strukturell anspruchsvollen Teil des Rumpfs hervor. Den Laminataufbau gab der Schweizer Verbundwerkstoff-Hersteller Gurit vor, der sämtliche Prepreg-Karbonmatten lieferte, auch für die wasserdichte Box, durch die das Foil läuft. BAR Technologies, das Ingenieursteam des englischen America’s-Cup-Herausforderers, fertigte 25 Komposit-Lager an. Über sie soll eine kaptive Winsch mit 20 Tonnen Zugkraft den Flügel auch bei voller Fahrt und unter 140 Tonnen Last per Knopfdruck einfahren können. Das eigentliche Foil laminierten die französischen Komposit-Koryphäen von Isotop. Zwischenzeitlich stand der Karbonrumpf wieder in den Baltic-Hallen, die Ostsee war noch nicht gänzlich eisfrei zum Zeitpunkt der Kielmontage.

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