Nobiskrug übergibt „A“

04.02.2017 Marcus Krall - Die mit 143 Metern Länge größte Segelyacht der Welt wurde am Freitagnachmittag offiziell an ihren Eigner Andrey Melnichenko übergeben. Obwohl der angeblich gar nicht vor Ort war.

787 Luftballons stiegen am Freitagnachmittag in den nebligen und kalten Kieler Ostseehimmel über dem Nobiskrug-Standort „German Naval Yards“. Es war das Zeichen für die Übergabe der „Sailing Yacht A“ (Baunr. 787) an ihren Auftraggeber Andrey Melnichenko. Der Russe ließ auf der Werft, damals noch HDW/Thyssen Krupp, bereits seine 118 Meter lange Motoryacht „A“ bauen. 

Übergabe "Sailing Yacht A"
© Carl Groll
Übergabe "Sailing Yacht A"

Mit 143 Metern Länge, 25 Metern Breite und einem Volumen von 12 600 Gross Tons gilt „A“ als größte Segelyacht der Welt und gehört insgesamt auch zu den größten Yachten weltweit. Die Nobiskrug-Werft baute an ihrem Kieler Standort (German Naval Yards) unter dem Projektnamen „White Pearl“ rund fünf Jahre an dem außergewöhnlichen Format. Das Exterior-Design ist dabei eine Kooperation zwischen Dölker+Voges aus Hamburg und dem Pariser Star-Gestalter Philippe Starck. Innen wirkte Starck indes - wie auf der Motoryacht „A“ - allein. Zunächst hatte Eigner Melnichenko einen anderen Designer mit dem Interior beauftragt, entschied sich während der Bauphase aber noch einmal um und kehrte zum bewährten Starck zurück.

"Sailing Yacht A"
© Carl Groll
"Sailing Yacht A"

Zu den Highlights der Yacht gehören die Masten von Magma Structures, die bis zu 100 Meter über der Wasserlinie in den Himmel ragen. Der Hauptmast soll, laut Nobiskrug, „die höchste alleinstehende, belastete Verbundstruktur weltweit“ sein. Zu den weiteren, außergewöhnlichen Features zählen eine Unterwasser-Lounge, ein großer Pool auf dem Vordeck, der von zwei geschwungenen Treppen eingerahmt wird sowie angeblich ein Atrium samt Kunst-Galerie in den massiven Aufbauten.

"Sailing Yacht A"
© Carl Groll
"Sailing Yacht A"

Mit ihrem deutschen Kapitän und seiner rund 50-köpfigen Besatzung wird sich „A“ an diesem Sonntag gegen 17:00 Uhr auf den Weg nach Spanien machen, wo der absolut letzte „Schliff“ erfolgen soll. Der einzige Weg aus Kiel dorthin führt zunächst über den Drodgen-Sund am Flughafen von Kopenhagen. Dort verläuft die Öresund-Verbindung als Straßentunnel und „A“ kann - ohne Brücken zu unterqueren - die Ostsee verlassen. Allerdings beträgt die Tiefe des Sundes lediglich acht Meter, was auch dem Tiefgang der „A“ nahe kommen soll. In den Tanks soll deshalb nur ein Mindestmaß an Diesel gebunkert sein, um den Yacht-Gigant so leicht wie eben möglich zu halten.

„Motoryacht A“ und „Sailing Yacht A“
© Carl Groll
„Motoryacht A“ und „Sailing Yacht A“

Wie die „Kieler Nachrichten“ berichten, war Andrey Melnichenko zur Übergabe gar nicht erschienen. Er plant, wie der „Küstenfunk“ kolportiert, angeblich eine große Feier im Frühjahr diesen Jahres, um sein neues Schiff in Empfang zu nehmen. Wenngleich das „A“ übrigens gar nicht für den Vornamen von Melnichenkos Gattin Aleksandra stehen soll, war zu hören, dass ihr Geburtstag als sehr mögliches Datum für diese Party anvisiert wird.

Ein Zusatz in eigener Sache: Wir hätten Ihnen gern ausführlicher von der Übergabe-Zeremonie am Freitag berichtet. Leider wurden alle Medien, nachdem sie am vergangenen Dienstag eingeladen wurden, am Donnerstag wieder ausgeladen. Dies ist uns – mit Verlaub – in der 29-jährigen Geschichte von BOOTE EXCLUSIV auch noch nicht passiert.

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